Betta dimidiata

Betta dimidiata stammen ursprünglich aus Borneo, in unserem Falle genauer aus dem Kapuas Gebiet in West Kalimantan. Aber wenn möglich holen wir uns Nachzuchten mit bekanntem Fundort von einem Züchter, wie es auch in diesem Fall geschehen ist.

Wir waren als wir sie dann beim Züchter das erste Mal live sahen etwas „geschockt“ von ihrer Größe, da sie als kleinere Maulbrüter (wenn man will findet man auch solche Bezeichnungen wie Zwergmaulbrüter) eingeordnet waren und in einem Internetbericht mit 4-4,5 cm Länge angegeben waren (wohl eher Standardlänge, d.h. Länge von der Schnauzenspitze bis zum Ende der Wirbelsäule und nicht Gesamtlänge – der Autor war eigentlich ein bekannterer Bettahalter). Wir hatten daher eher mit etwas in der Größe von Betta albimarginata und nicht so sehr in der Größe von Betta mandor gerechnet, aber auf grund ihres sehr attraktiven Äußeren hatten wir (oder eher nur Claus…) sie schon länger ins Auge gefasst und so wurde auch ein Trio mitgenommen.

Beide Geschlechter haben die gleiche satt rot-braune Körperfärbung und einen breiten türkis-lila Saum an der Unterkante der lang gezogenen Afterflosse. Je nach Lichteinfall kann man auch einen leicht goldenen Schimmer auf dem Körper und den Flossen (hier v.a. Rückenflosse) sehen.  Insgesamt sind bis auf die Brustflossen alle Flossen der Männchen deutlich ausgezogen. Die Beflossung der Weibchen ist bei weitem nicht so üppig. Außerdem sind die Männchen insgesamt bulliger und größer als die Weibchen, wobei letzteres nicht nur durch die Flossen bedingt ist. Auffällig ist hierbei auch das deutlich spitzere Maul der Weibchen. Am schönsten sind die Männchen anzusehen wenn sie einem anderen Männchen imponieren. Sämtliche Flossen werden ausgebreitet und der Kehlboden weit heruntergezogen. Bei dieser friedlichen Art genügt zumeist dieses imposante Imponieren um zu klären wer der Stärkere ist und es kommt so gut wie nie zu eingerissenen Flossen. Gerade deshalb würden wir immer zu mehr als einem Männchen raten.

Die Tiere kamen bei uns in ein 60er Standardbecken mit Sandboden welches mit ein oder zwei Wurzeln und einigen Lavasteinen grob gegliedert war. Bepflanzt war das Becken mit viel Javamoos und etwas Javafarn, sowie einer recht dichten Schwimmpflanzendecke. V.a. durch letzteres verlieren die Tiere ihre Scheu wenn die Beleuchtung sonst zu stark ist und zeigen fast durchgehend keine Schreckfärbung. Das Wasser wurde mit einem Kationen – Austauscher auf ca. pH 5.5 gebracht und durch Buchen-/Eichenlaub und Erlenzapfen mit Huminsäuren angereicht. Die Temperatur betrug 25°C.

Unter diesen Bedingungen und einer abwechslungsreichen Fütterung mit Lebend- (Wasserflöhen, Mückenlarven und Cyclops) aber auch Frostfutter (vorwiegend weiße Mückenlarven)  laichten die Tiere bereitwillig ab. An den ersten Tagen an denen man ein Männchen mit vollem Maul entdeckt sollte man am besten auf das Füttern verzichten, da die Männchen sich dann nicht immer zurückhalten und schlucken. Nach 10 Tagen empfiehlt sich das Umsetzen in ein Ablaichkasten oder Einhängekasten im Becken. Normal scheint dann das Entlasse der Jungen nach ca. 14 Tage zu sein. Komischerweise hat das 2. Männchen, welches viel öfter geschluckt hat und weniger Junge durchgebracht hat,  die Jungen erst nach ca. 3 Wochen entlassen. Sobald die Jungen entlassen sind, was einige Zeit dauern kann, da sie nicht alle gleichzeitig entlassen werden, wird das Maennchen wieder ins Becken zurückgetan. Es kann auch nötig sein es für einige Zeit extra zu setzen damit es nicht sofort wieder vom Weibchen abgefüllt wird. Allerdings haben unsere Tiere in einem solchen Fall meist geschluckt.

Die Jungtiere können gleich Artemia-Nauplien bewältigen und wachsen recht rasch. Es empfiehlt sich auch feines Lebendfutter (bis Cyclopsgröße) sowie gefrostete Cyclops zu verfüttern. Aber einer Größe von ca. 1 cm haben wir die Jungtiere aus dem Ablaichkasten in das Elternbecken gegeben, was zumindest halbwüchsig ohne weiteres geht. Allerdings haben wir nicht ausprobieren können wie lange das gut geht, da in der Zwischenzeit auch die Elterntiere gewachsen waren und es schnell klar war, dass ein 60er auf die Dauer nicht reicht. Zu der Zeit hatten wir leider keinen Platz für ein größeres Becken und daher haben wir leider die gesamte Gruppe abgegeben. Aber es konnten verschiedene Generationen nebeneinander gehalten werden. Es ist alles in allem eine sehr schöne attraktive Fischart, die uns in der kurzen Zeit viel Freude bereitet hat und die so lange man weiches und leicht saures Wasser sowie etwas Abwechslung beim Futter bieten kann ein dankbarer Pflegling ist.

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